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Hack die Politik?

Geschrieben von: lars

Bei Zeit Online schrieb vor ein paar Tagen Kai Biermann über die Verabschiedung des BKA Gesetzes im Bundestag :Sehenden Auges in den Überwachungsstaat.
Ein Auszug:

Wir sind selbst verantwortlich. Wir alle, die es sehenden Auges haben geschehen lassen. Wir alle, die wir politisch interessiert sind, Nachrichten verfolgen, auf allen möglichen Wegen kommunizieren und diese doch nur nutzen, um zu meckern. Statt etwas zu tun. Demokratie ist die Herrschaft aller, daher sind auch alle schuld, wenn etwas schief geht. Ein komplizierter Weg der politischen Teilhabe, der es dem Einzelnen leicht macht, sich wegzuducken. Der aber auch enorme Möglichkeiten der Einflussnahme birgt. Warum sie nicht nutzen? [....]

Politikmüdigkeit? Vielleicht braucht es nur ein paar neue Begriffe für die altmodisch klingende Teilhabe. Hier wäre einer: Letztlich geht es darum, das System zu hacken, auszuprobieren, was mit ihm möglich ist, was es noch alles kann, wie es besser werden könnte. Also: Hack die Politik!

via Netzpolitik

Meiner Meinung nach ist es nicht gerade einfacher geworden in der Politik mitzumischen, denn was helfen einem Online-Netzwerke, Blogs und Online-Petitionen wenn im Endeffekt die Gesetze von Lobbyarbeitern irgendwelcher Wirtschaftsvertreter (die in den Ministerien angestellt sind) geschrieben werden?
Und hat sich nicht vor allem die Presse in den letzten Jahren sich mit ihrer Kritik an der Regierung sehr zurück gehalten? (vermutlich durch extrem hohen Druck in den Redaktionen, der dank sinkender Auflagen und drängenden Investoren entstanden ist.)

Zum Thema der “neuen Demokratie” (wenn ich das mal so vorsichtig formulieren darf) schreibt Christian Heller a.k.a. plomlompom: Politikmüdigkeit?
Wieder ein Auszug:

Die Beschleunigung der technologischen Entwicklung versetzt die Welt in eine Dynamik, die nicht mehr durch kollektive Einigung auf neue Stabilzustände, sondern nur noch durch konstante Innovation und Schaffung neuer Freiheitsräume durchlebt werden kann. Es gibt keine Knappheiten mehr, deren Mangel durch Zwang verwaltet, sondern nur noch Überfüllen, die allein in Freiheit gelenkt werden können, wenn das Getriebe nicht explodieren soll.

Ich kann mehr an der Welt verbessern, wenn ich am richtigen internationalen Open-Source-Projekt mitwerkele, als wenn ich mich in irgendwelchen regionalen innerparteilichen Kabalen aufreiben lasse.

Wir müssen den Begriff Demokratie von dem des Nationalstaats entkoppeln. Die Community Deutschland (oder jedes andere Land) soll eine Demokratie ihrer Mitglieder sein, aber das sollte die Mitglieder nicht davon abhalten, daneben auch in Demokratien ganz anderer Communities aufzugehen und zu leben. Wie wäre es mit einer Weltdemokratie der endlos einander überschneidenden Communities?

Irgendwie gefällt mir der Gedanke, auch wenn er uns meiner Meinung nach nicht aus dem Dilemma rausholt in der “normalen Demokratie” wirklich mitmischen zu können.

Um bei dem Bild des Hackens zu bleiben: Ich glaube die Tools sind noch nicht geschrieben, die Exploits noch nicht gefunden, mit denen man die Politik verändern kann, aber -hell yeah- ich hoffe, dass es bald so weit ist. :pirate:

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