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“Die Piratenpartei füllt ein Angebotsvakuum”

Geschrieben von: lars

tagesschau-vs-piratenpartei
Bei Tagesschau.de gibt es ein Interview mit Jörg Schönenborn, einem langjährigen WDR und ARD Wahlexperten.
Er erklärt zum Beispiel warum der Vergleich mit den Grünen hinkt:

Aber die Grünen stehen natürlich für eine politische Erfolgsgeschichte, die nicht mit einem Thema anfing. Die Grünen waren die Friedenspartei, die Anti-Atompartei, die Ökopartei und ein wenig die Anti-Kapitalismuspartei.[…]

Trotzdem gibt er der Piratenpartei Chancen, die er allerdings differenziert sieht:

In der Politik gilt, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch: Erfolg nährt den Erfolg. Ich glaube, die Bereitschaft von vielen Anhängern, sich über das Schreiben von E-Mails und Blogtexten hinaus zu engagieren, braucht eine Erfolgsbasis. Das kann eine Aufwärtsspirale sein, wenn es eine Erfolgsgeschichte wird. Wenn die engagierten Anhänger nachkommen, dann wird es auch irgendwann Strukturen geben. Doch der erste Schritt zum Erfolg ist der allerschwierigste. Und man darf nicht unterschätzen, wie hoch diese Hürde für diese Partei ist, selbst ihre selbstgesetzte Hürde bei der Bundestagswahl von einem Prozent der Stimmen.

Außerdem erwähnt er, dass die Piratenpartei, um die zum Ziel gesetzten 1% Hürde zu nehmen, selbst bei schlechter Wahlbeteiligung 4,5 mal so viele Stimmen braucht wie bei der Europawahl. Er geht auch auf den Fall Tauss ein, die Unterschiede der Europawahl im Gegensatz zur Bundestagswahl und erklärt ob die Themen der Piratenpartei von großen Parteien geschluckt werden.
Insgesamt ein wirklich lesenswertes Interview, das gänzlich ohne Vorurteile auskommt.

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