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SIGINT 2009

Geschrieben von: lars

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Ich war am Samstag den 23.5.2009 in Köln auf der SIGINT, eine Konferenz zu den Diskursen im digitalen Zeitalter, veranstaltet vom Chaos Computer Club e.V. im KOMED in Köln, Deutschland.
Eines Vorweg: So leer wie es auf meinen Bildern aussieht war es natürlich nicht. Aber da dort (fast) jeder auf seine Recht pocht keine Bilder von sich ohne Genehmigung zu veröffentlichen, ist es natürlich nicht möglich Bilder von Menschenmassen zu machen. Ich habe also versucht auf meinen Bildern so wenige Menschen wie möglich drauf zu haben (Das funktioniert am besten morgens um 10 Uhr ;) ). Die Bilder unterliegen wie alles hier der cc-by-nc-sa Lizenz, für sehr viele Medien gebe ich sie aber auch als cc-by raus (auf Anfrage).

Der KOMED Gebäudekomplex ist wirklich ein sehr edler Veranstaltungsort und war (gerüchteweise) wohl unsagbar teuer:

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Ich hab einige sehr interessante Vorträge gesehen: Der Samstag stand unter dem Motto: Bugs, Pranks, and Insecurities – Freiräume, kreativen Normverletzung, und Hacktivismus.
Die Keynotes des Tages waren dem Thema entsprechend sehr unterhaltsam:

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Der zweite Vortrag den ich gehört habe war von Volker Gaßner von Greenpeace:
“Volker Gaßner, 39, Diplombiologe und Bankkaufmann ist seit dem Jahr 2000 bei Greenpeace als Campaigner und Projektleiter tätig. Er hat 2007 eine Internetstrategie für Greenpeace Deutschland entwickelt, die 2008 umgesetzt werden soll. Seit Januar leitet Volker Gaßner den Bereich Presse / PR / NewMedia.”
Thema war: Greenpeace Campaigning 2.0 – Aktionen auf der Straße und im Web.

Er stellte die Strategie von Greenpeace im Umgang mit neuen Medien vor. Vor allem auf die bald startende neue Community GreenAction.de ging er ein. Auf ihrem Blog und bei Twitter bekommt man die neusten Infos rund um GreenAction mit.
Er klärte über die Vor- und Nachteile der Berichte “von unten” auf und mit welchen Schwierigkeiten er selbst in einer scheinbar so dynamischen NGO hatte.

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Der dritte Vortrag war “DDos gegen das Grundgesetz” – Die Gesetzesvorhaben in Sachen Sicherheit…
“Gesetze zur Verbesserung der Sicherheitslage werden wöchentlich vorgeschlagen oder diskutiert. Werden dabei die Grundrechte hinreichend beachtet?”
Gehalten wurde der Vortrag von RA Dominik Boecker.

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Als nächster Vortrag war Wikileaks dran zum Thema:
Antizensur in Hochzeiten politischen Opportunismus und Kontrollwahns
Ein hochinteressanter Beitrag, der mir die Arbeit von Wikileaks erst mal näher gebracht hat. Ich kann nur jedem raten sich mal darüber zu informieren, denn auf die werden wir leider noch angewiesen sein. Gute Informationen zu Wikileaks bekommt man bei der englischen Wikipedia dort besonders interessant die beachtenswerten Leaks wo es zB: Informationen zu Leaks der Guantanamo Protokolle, Scientology Aufzeichnungen, Bilderberg Mitgliederlisten und vielem mehr gibt.

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Der nächste Vortrag den ich mir angehört habe war von Nick Farr:
Dancing: Direct Action in Disguise – New Strategies for Street Protest
Im Prinzip ging es um die Macht der Bilder und wie man es schafft bei einer Demo positive Eye-Catcher zu erzeugen und wie man diese dann an die Presse bringt.

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Medienpartner der SIGINT war unter anderen die Tageszeitung (taz):

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Die Taz hat übrigens im Moment einen richtig geilen Aufmacher:

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Kinderpornos löschen statt sperren. – Markus Beckedahl über Internetzensur.

Einen längeren Beitrag hat auch das Deutschlandradio Kultur zur SIGINT im der Sendung Breitband:

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Hier kann man sich die Sendung u.a. mit Markus Beckedahl und Volker Gaßner anhören.

Während der Sendung hat Jonathan Mann einen Song zur Internetzensur gesungen. (Jonathan Mann schreibt jeden Tag einen Song, mehr dazu auf seiner Homepage. Dort hat er übrigens auch eine andere Version dieses Song und den kompletten (sehr guten) Songtext)

[youtube eZB4pcnqK7k ZensurSong]

Zwischendurch war ich auf der Domplatte in Köln und habe beim Flashmob Grundgesetz lesen mitgemacht. Initiiert war das ganze von MOGIS (Missbrauchsopfer gegen Internetsperren).

Vom Grundgesetz geblendet

Vom Grundgesetz geblendet


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[youtube w6Ir0_A6GtE Flashmob]

Es war leider sehr schwierig im GG zu lesen und zu filmen, verzeit deswegen die schlechte Qualität.

Lustiger weise habe ich vor dem Kölner Hauptbahnhof noch einen Haufen junger Greenpeaceaktivisten getroffen:

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Es folgen ein paar Bilder der Stände dem Hackcenter und Impressionen der Veranstaltung:

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Mark Shuttleworth im Golem Interview

Geschrieben von: lars

mark-shuttleworth-ubuntu ((Eine Komibination von Bildern von Flickr-User Stopped. und skooal, thx!))

Linux soll hübscher werden, sagt Mark Shuttleworth. Mit seiner Firma Canonical arbeitet er daran, Ubuntu und Linux überhaupt für die Massen attraktiver zu machen. Mit Golem.de sprach er über Vorbilder für den Linux-Desktop und die Kritik an Canonical und Ubuntu.


Video: Mark Shuttleworth – Interview (Teil 1) (6:19)

Video: Mark Shuttleworth – Interview (Teil 2) (6:11)

Insgesamt ein für mich recht interessantes Interview, ich hoffe das Linux mit Ubuntu weiter in der Lage ist große Sprünge zu machen.
Hier gibts den Link zur Lies-Version des Artikels ;)

Meine unendliche Linux-Geschichte (1)

Geschrieben von: lars

win-crap ((Das Bild ist von Flickr-User KobraSoft, thx!))
Ich hab mir mal wieder den Vesuch gestartet dauerhaft auf Linux umzusteigen. Bei diesem Zustand war ich schon ein paar Monate, bin aber leider wegen Photoshop und Energie Management wieder auf Windows zurückgefallen. All das ist aber schon eine Weile her und die verschiedenen Linux Distributionen sind nicht nur gratis. Das freie Betriebssystem ist sicherer, umfangreicher und vor allem transparenter als Windows.

Warum auf Linux umsteigen?
Jeder der sich ein wenig mit freier Software oder openSource Software (Achtung die Begriffe sind nicht gleichbedeutend) beschäftigt hat, ist meistens recht schnell von der Idee Linux begeistert.
Eine Kurze Einführung zum Umstieg von Windows auf Linux gibt es bei Linuxfueralle.de mit den Kapiteln:


3Sat:neues schrieb einst über Linux:

“Die Idee hinter Linux unterscheidet es grundlegend von anderen Betriebssystemen, denn Linux gilt als „frei“ – sein Quellcode ist öffentlich zugänglich und es gibt keine Lizenzgebühren. Der Erfinder Linus Torvalds entwickelte 1992 den Kern des alternativen Betriebssystems und rief die Internet-Gemeinde zur Weiterentwicklung auf – mit Erfolg. Heute gibt es eine Reihe verschiedener Linux-Pakete auf dem Markt, die so genannten Distributionen. Zu den bekanntesten zählen SuSE-Linux, Red Hat- und Ubuntu-Linux.”

Um euch das ein wenig näher zu bringen hier ein Zitat von Mark Shuttleworth dem Gründer von Ubuntu in einem Interview mit Heise von 2006:

“Linux gab mir die Möglichkeit, mit den besten Firmen der Welt zu spielen, ohne Hindernisse zwischen mir und dem Erfolg. Das hat mich zum Milliardär gemacht; dadurch konnte ich in das Weltall fliegen und viele andere wunderbare Dinge tun. Ich möchte etwas zurückgeben – ich möchte dabei helfen, das Spielfeld auch für andere Leute zu ebnen. Und ich glaube, dass im Bereich der Desktop-Betriebssysteme die Messlatte ruhig etwas höher gelegt werden sollte.

Mit der Frage, ob freie und quelloffene Software wirklich von Hobbyisten und Freiwilligen gemacht wird, sprechen Sie einen sehr interessanten Punkt an. Die beste freie Software wird von Leuten in ihrer Freizeit geschrieben, ohne den Druck, der im Geschäftsumfeld herrscht. Sie entwickeln etwas, was sie lieben, hinter dem sie stehen können, zu dem sie eine Beziehung haben. Freizeitentwickler haben die besten Ideen, von ihnen stammen die interessantesten Neuerungen.

Aus der geschäftlichen Perspektive gesehen, ist ein solches Vorgehen jedoch nicht sonderlich produktiv oder effizient. Man neigt dazu, ohne wirklichen Plan eine Menge Ideen auszuprobieren – eine Vielzahl davon funktioniert nicht, zumindest nicht ohne weiteres. Darum hat es auch 30 Jahre gedauert von den ersten Anfängen in der Software-Bewegung bis heute, wo wir fast eine komplette Desktop-Umgebung haben.

Linux-Software wird inzwischen von Zehntausenden festangestellten Profis in vielen Unternehmen entwickelt. Ihre Arbeit ist gut, robust und zuverlässig. Sie verrichten eine Menge Arbeit, die in einem kommerziellen Rahmen gemacht werden muss. Was ich aber spannend finde: Diese Entwickler haben nicht die innovativsten Ideen. Die kommen nach wie vor von Leuten, die nachts vor ihrem Rechner sitzen und denken: “Toll! Das braucht die Welt!”

Weil freie Software oft schon eine hohe Qualität hat, werden viele solcher Ideen als i-Tüpfelchen auf bestehenden Entwicklungen geboren. Nimm zum Beispiel Firefox: Das ist ein sehr guter Browser, vielleicht sogar der beste, den es im Moment gibt. Wenn man eine gute Idee hat, kann man diesen tollen Browser nehmen und ihn relativ leicht noch besser machen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man als Entwickler in Deutschland, Äthiopien oder China sitzt.

Während also große Unternehmen Riesenmengen an Geld in freie Software pumpen, kommt die wirkliche Innovation nach wie vor von Amateuren, von Leuten, die es aus Liebe tun, die eine Leidenschaft haben.”

All das ist meiner Meinung nach mehr als unterstützenswert und sollte die Zukunft für Software sein (quelloffen für jeden zugänglich und immer am Puls der Zeit) um das potential das wir Menschen haben ein wenig besser auszunutzen.

Meine Suche nach der richtigen Distribution
Diesmal wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe mir diverse Distributionen vorher genau angeschaut. Wenn ich etwas zeit habe schreib ich mal was über die verschiedenen Distributionen. Solange kann ich Wikipedia, Wikipedia, Wikipedia, DistroWatch und DistributionChooser empfehlen. ;)
Teils nur von Live-CD, teils auf USB-Stick und teilweise auch komplett installiert. Folgende Distributionen habe ich mir genauer angeschaut:

    openSUSE
    Ubuntu/Kubuntu
    Mandriva
    Linux Mint
    BackTrack
    ((Wikipedia: “BackTrack beinhaltet Softwaretools, die zum Teil Sicherheitsvorkehrungen umgehen und die nach Inkrafttreten des sogenannten Hackerparagrafen (§ 202c StGB) in Deutschland als Computerprogramm zum Ausspähen von Daten aufgefasst werden. Somit kann bereits der Besitz oder Vertrieb strafbar sein, sofern die Absicht zur illegalen Nutzung nach § 202a StGB oder § 202b StGB besteht.” Also habe ich es mir nicht angeschaut ;) ))

Da ich ganz klar Linux-Anfänger bin habe ich bewusst auf die Linux Größen wie Fedora und Debian verzichtet.
Ich bin durch meine frühere Linuxzeit begeisterter KDE-Nutzer gewesen und wollte auch diesmal möglichst bei dieser einstellungsfreudigen Grafikoberfläche bleiben.
Nach langen Hin und Her hatte ich mich im Endeffekt wieder für openSuse 11.1 mit KDE 4.1 entschieden. Aber nach einigen Stunden Tagen habe ich genervt aufgegeben, da mir trotz aller Begeisterung KDE 4.1 noch zu buggy war.
Mal im Ernst wie kann ein Programm das schon das erste Update nach der angeblich stabilen Version 4.0 durchlaufen hat noch so verdammt unbrauchbar sein. :cry:

Mein (trauriger) Zwischenstand
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Wie ihr sehen könnt, konnte ich nicht ganz auf das “Linux-look&feel” ((Mac OS X ist schließlich auch nur ein kommerzialisiertes copycat von Linux [sic!])) verzichten und habe mir mithilfe von XWindowsDock, dass ich bei stadt-bremerhaven.de (übrigens ein sehr netter Blog, danke dafür!) gefunden habe, ein recht ordentlichen Startmenuersatz gebastelt.

Ein Ersatz für Linux ist es natürlich nicht.

Aber zu meinem Distributionsproblem aka Desktopumgebungsproblem kommt noch hinzu, dass ich endlich meine Festplatte komplett verschlüsseln möchte. Dazu will ich Truecrypt nutzen, das es mittlerweile sogar erlaubt die Windows Systempartition “am offenen Herzen” (also während sie läuft) zu verschlüsseln. Leider funktioniert das aber nur wenn dem Windows Boot-Loader kein anderer Boot-Loader vorgeschaltet ist.(Bei mir im Moment der GRUB Boot-Loader von openSUSE)

Zwischenresumé
Ich habe jetzt die Wahl entweder nehme ich die ältere (veraltete?) bei weitem nicht so schöne KDE 3er Version zu meinem openSUSE System oder ich warte noch ab bis die neuste KDE 4er Version rauskommt, aber es gibt wohl nichts schlimmeres als bei Linux auf Updates warten, denn die kommen zwar häufig und schnell, aber es gibt immer noch eine bessere Version auf die man warten könnte.
Eine weitere Möglichkeit wäre ein Umstieg auf GNOME, diese Desktop Umgebung wird ebenfalls bei openSUSE unterstützt und könnte beispielsweise so aussehen:
opensuse11-gnome
((Das Bild ist von Flickr-User XcBiker, thx!))

Tja, wie die Geschichte weitergeht weiß ich natürlich noch nicht, aber ich freue mich über Entscheidungshilfen, Kritik, Schmähungen, Expertenmeinungen und selbst über “Zur-Kenntnis-genommen”-Einträge in den Kommentaren. :pirate:

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