Demo in Essen am 17.11.2009 um 10 Uhr. Treffpunkt Campus-Wiese!
Der Rektor hat laut eines Leitenden Angestellten der Universität wieder alle Studierenden für die Zeit der Demonstration von der Anwesenheitspflicht entbunden:
Liebe Studierende,
auf eine entsprechende Bitte des AStA hat der Rektor alle Studierenden, die am 17.11.2009 an der großen Demonstration im Rahmen des Bildungsstreiks teilnehmen möchten, von den Anwesenheitspflichten in Lehrveranstaltungen an diesem Tage befreit. Ich bitte um Kenntnisnahme.
Was genau der AStA damit zu tun hat werde ich hoffentlich noch raus finden. (Würde mich nicht wundern wenn der mal wieder die Seiten gewechselt hat, das Gefühl hab ich bei dem AStA häufiger, scheint sich je Wetterlage zu ändern )
Geschrieben am 16. November 2009 um 16:50 Uhr Kommentare deaktiviert Abgelegt unter: (Netz)politik |
Als Solidaritätsbekundung gegenüber den anderen besetzten Unis, hat sich am 10.11.2009 um ca 13:30Uhr die Vollversammlung der Studierenden der Universität Duisburg-Essen mehrheitlich dazu entschieden beide Audimaxe (in Duisburg und in Essen) zu besetzen.
Neuigkeiten: (wird durchgehend verändert und ist ab jetzt die einzige Updatestelle):
Bei Spreeblick gibt Björn Grau eine sehr pointiertes Statement für mehr Studentische Mitbestimmung ab. Leseempfehlung!
pflichlektüre-Online hat wohl eine der umfangreichsten Zusammenfassungen der Räumungen an der Universität Duisburg-Essen, leider nur mit dem Fokus auf Duisburg, dafür aber mit eine ganzen Reihe Fotos.
ZDF Heute: Beitrag über besetzte Universitäten (viele Bilder aus dem Duisburger Audimax)
Radtke: „Das Gespräch muss weitergehen“
[13.11.2009] Heute, 13.11., sind die beiden seit dem 10.11. besetzten Hörsäle an der Universität Duisburg-Essen wieder für den ordnungsgemäßen Lehrbetrieb frei gegeben worden. Am Essener Campus räumten die Studierenden bei Ablauf der Duldungsfrist um 18 Uhr freiwillig den mit 670 Plätzen größten Essener Hörsaal. Auch die Duisburger Studierenden verließen friedlich das 720 Plätze umfassende Audimax und kamen damit einer Räumung durch polizeiliche Einsatzkräfte zuvor.
Rektor Prof. Ulrich Radtke: „Ich freue mich, dass es zu dieser Lösung gekommen ist, die Hörsäle werden dringend für den Lehrbetrieb benötigt. Zahlreiche Studierende insbesondere in den Wirtschaftswissenschaften haben durch die Besetzung bereits große Nachteile erdulden müssen. Ab der kommenden Woche müssen die Veranstaltungen wieder stattfinden können.“
Rektor Radtke betonte gleichzeitig, dass das Rektorat weiterhin ein großes Interesse daran hat, die begonnenen Gespräche fortzusetzen, um die angestoßene Debatte fruchtbar werden zu lassen. In vielen Punkten bestehe Einigkeit, so etwa bei der Kritik an der mangelnden staatlichen Ausfinanzierung des Bildungswesens. Eine Folge ist, dass zu wenig Räume und zu wenig Lehrpersonal zur Verfügung stehen, um angemessene Studienbedingungen zu garantieren. Radtke: „Die Finanzspritzen der jetzigen Regierung reichen nicht aus, die eklatanten Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte aufzuholen.“
Demokratische Teilhabe wahrnehmen
Eine Abschaffung der Studienbeiträge zum jetzigen Zeitpunkt wäre deshalb für die UDE-Studierenden kontraproduktiv, weil die Studienqualität darunter dann massiv zu leiden hätte, und die UDE im Vergleich zu den konkurrierenden Unis deutlich zurückfallen würde. Das Rektorat appellierte an die Studierenden, ihre demokratischen Teilhaberechte entschiedener als bisher wahrzunehmen, um ihre Anliegen in den Entscheidungsgremien der Universität und damit in den demokratischen Abstimmungsprozess einfließen lassen.
Zur Kritik am Bachelor-/Mastersystem: „Derzeit wird auf zahlreichen Ebenen auch hochschulübergreifend beraten, in welcher Weise eine Weiterentwicklung der Bachelor-/Master-Umstellung möglich ist. Deshalb sollten wir an dieser Stelle auch weiter diskutieren, um Ihre Anliegen mit einzubringen. Schreiben Sie mir, damit wir uns um Ihre Probleme kümmern und gemeinsam an Lösungen arbeiten können.“
Forderung: Keine Studiengebühren in jeglicher Form
• Die Abschaffung der sozialen Selektion durch Studiengebühren ist ein wesentlicher Bestandteil zur Gewährleistung der sozialen Gerechtigkeit in der Bundesrepublik Deutschland.
Das Grundgesetz Artikel 5 Absatz 3 besagt: Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.
• Wir fordern ein Bildungssystem, das unseren demokratischen Grundwerten entspricht und daher auch ein gesetzlich verankertes Verbot von Bildungsgebühren!
• Die soziale Geschichte des Ruhrgebiets sollte einen gerechten Zugang zu Bildung bedingen, die Hochschulen müssen an dieser Stelle Vorreiter für kostenlose akademische Ausbildung für alle Bevölkerungsgruppen sein.
• Wir fordern bis zur Abschaffung eine leicht zugängliche und allgemein verständliche Aufschlüsselung der Verwendung von bisher gezahlten Studiengebühren, da hier zurzeit ein Informationsdefizit besteht.
• Wir fordern die gleiche Förderung aller Hochschulen in Deutschland und die Einstellung der Exzellenzinitiative!
• Die finanziellen Mittel der Fakultäten müssen unabhängig von der Drittmitteleinwerbung verteilt werden.
Grundlegende Änderung des Bachelor-/Mastersystems und Möglichkeit zum Abschluss der Diplom- und Magisterstudiengänge ohne zeitliches Limit
• Das Studium kann in seiner verschulten Form nicht mehr als solches bezeichnet werden. Stattdessen ist den Studierenden eine freie Wahl von eigenen Schwerpunkten zu ermöglichen.
• Studierende müssen die Möglichkeit haben, ihre Hochschule ohne Probleme zu wechseln. Der Anspruch des Bologna-Prozesses, die Mobilität zwischen Hochschulen zu ermöglichen, muss tatsächlich umgesetzt werden.
• Studentische Freiräume sollen geschützt und weiter ausgebaut werden (Abschaffung der Regelstudienzeit, Überarbeitung der Modularisierung).
• Die Ausbildung der zukünftigen LehrerInnen muss besser auf die Anforderungen des LehrerInnenberufs ausgerichtet sein und das Staatsexamen beibehalten werden.
• Studiengänge müssen das selbständige Denken fördern.
• Die Festlegung von ECTS- bzw. Leistungspunkten muss nach klaren und einheitlichen Regelungen getroffen werden.
• Die Einführung des Bachelor-/Mastersystems und der Studiengebühren führt bei vielen Studierenden zu einer psychischen und physischen Belastung, die nicht zumutbar ist.
• Geballte Abgabe- und Prüfungstermine müssen vermieden werden.
• Die Masterzulassungsbeschränkungen müssen abgeschafft werden.
• Der Studienplan muss flexibilisiert werden.
• Wir fordern Transparenz und keine Willkür in den Studienordnungen.
• Prüfungsmodalitäten dürfen nicht zur Exmatrikulation führen (Fehlversuchsregel).
Abschaffung der Anwesenheitspflicht
• Die soziale Gerechtigkeit für Studierende mit Kind und arbeitstätige Studierende kann im Rahmen von Anwesenheitspflichten nicht gewährleistet werden. Es muss im Ermessen jeder einzelnen Studentin und jedes einzelnen Studenten liegen, sich den Prüfungsstoff wahlweise durch Selbststudium oder Besuch der Lehrveranstaltungen anzueignen. Eine Anwesenheitspflicht widerspricht dem Prinzip der Selbstorganisation und Eigenverantwortung von Studierenden in jeglicher Form.
Mehr Demokratie an der Hochschule
• Einführung der Gruppenuniversität mit Viertelparität, Veto- und Initiativrechten (Studierende, ProfessorInnen, wissenschaftliche MitarbeiterInnen, weitere MitarbeiterInnen).
• Reale Mitbestimmung durch den Senat (Wahl des Rektorats, Satzungen und Ordnungen, sowie Haushalt der Universität)
• Abschaffung des Hochschulrats.
• Basisdemokratie bei vitalen Interessen der Studierenden .
• Wir fordern, dass das Rektorat dazu verpflichtet sein muss, Studierende über die Politik der Hochschule zu informieren.
Gegen die Ökonomisierung des Studiums/ der Ausbildung
• Studierende und Bildung dürfen nicht als Ware behandelt werden, die an der Universität für die Wirtschaft pro- bzw. reproduziert wird.
• Studiengänge und Studieninhalte müssen für die individuelle Selbstentfaltung ausgerichtet sein, und nicht dem Prinzip der Ökonomie unterliegen.
• Die Universität darf nicht nach unternehmerischen Maßstäben geführt werden.
Amnestie für „Audimax- Besetzer“
• Sämtliche Studierende, die in Vorlesungen oder Seminaren Anwesenheitspflicht haben, müssen für die Tage der Besetzung entschuldigt sein.
• Es darf keine strafrechtlichen Konsequenzen für die BesetzerInnen (ausgenommen Sachbeschädigung) geben
Die Plena des Audimax Duisburg und des Audimax Essen
für die Studierenden der Universität Duisburg-Essen
Da ich wie man sicherlich gemerkt hat im Moment keine Zeit zum bloggen hab, habe ich es auch nicht geschafft zur Freiheit statt Angst Demo nach Berlin zu fahren.
Ich verfolge die Demo im Livestream und beim Taz-Newsticker
Außerdem ist eine Twitter-Suche meist noch ganz interessant.
Falls jemand mal reinschauen will:
Ich werde eventuell hier mal ein paar Infos zur Demo veröffentlichen. Newsticker
Die Demo ist endlich los gezogen. Die Piratenpartei scheint wohl das allgemeine Farbbild zu bestimmen: Bild1Bild2Bild3
Die Taz bringt mal wieder die wichtigsten Infos :
15.30 Uhr
Der CCC hat sich dazu bekannt, erfolgreich das Wetter gehackt zu haben. Sonne pur ist das Ergebnis.
sieht echt gut aus:
Aber laut der Newsmeldungen die ich so lese zwischendurch, sind es wohl nur wenige tausend Demonstranten. Auch wenn der offizielle AKvorrat Twitter Account von 20.000 Menschen schreibt.
Aber die Grünen stehen natürlich für eine politische Erfolgsgeschichte, die nicht mit einem Thema anfing. Die Grünen waren die Friedenspartei, die Anti-Atompartei, die Ökopartei und ein wenig die Anti-Kapitalismuspartei.[...]
Trotzdem gibt er der Piratenpartei Chancen, die er allerdings differenziert sieht:
In der Politik gilt, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch: Erfolg nährt den Erfolg. Ich glaube, die Bereitschaft von vielen Anhängern, sich über das Schreiben von E-Mails und Blogtexten hinaus zu engagieren, braucht eine Erfolgsbasis. Das kann eine Aufwärtsspirale sein, wenn es eine Erfolgsgeschichte wird. Wenn die engagierten Anhänger nachkommen, dann wird es auch irgendwann Strukturen geben. Doch der erste Schritt zum Erfolg ist der allerschwierigste. Und man darf nicht unterschätzen, wie hoch diese Hürde für diese Partei ist, selbst ihre selbstgesetzte Hürde bei der Bundestagswahl von einem Prozent der Stimmen.
Außerdem erwähnt er, dass die Piratenpartei, um die zum Ziel gesetzten 1% Hürde zu nehmen, selbst bei schlechter Wahlbeteiligung 4,5 mal so viele Stimmen braucht wie bei der Europawahl. Er geht auch auf den Fall Tauss ein, die Unterschiede der Europawahl im Gegensatz zur Bundestagswahl und erklärt ob die Themen der Piratenpartei von großen Parteien geschluckt werden.
Insgesamt ein wirklich lesenswertes Interview, das gänzlich ohne Vorurteile auskommt.
Geschrieben am 22. Juli 2009 um 09:28 Uhr Kommentare deaktiviert Abgelegt unter: (Netz)politik |
Am 12. September 2009 ist wieder eine Großdemo in Berlin. Den hübschen Trailer hab ich bei netzpolitk.org gefunden. Das Video steht unter der (CC) by-nc-sa Lizenz und ist von Wortfeld.de.
Geschrieben am 19. Juli 2009 um 09:40 Uhr Kommentare deaktiviert Abgelegt unter: (Netz)politik |