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Meine unendliche Linux-Geschichte (1)

Geschrieben von: lars

win-crap ((Das Bild ist von Flickr-User KobraSoft, thx!))
Ich hab mir mal wieder den Vesuch gestartet dauerhaft auf Linux umzusteigen. Bei diesem Zustand war ich schon ein paar Monate, bin aber leider wegen Photoshop und Energie Management wieder auf Windows zurückgefallen. All das ist aber schon eine Weile her und die verschiedenen Linux Distributionen sind nicht nur gratis. Das freie Betriebssystem ist sicherer, umfangreicher und vor allem transparenter als Windows.

Warum auf Linux umsteigen?
Jeder der sich ein wenig mit freier Software oder openSource Software (Achtung die Begriffe sind nicht gleichbedeutend) beschäftigt hat, ist meistens recht schnell von der Idee Linux begeistert.
Eine Kurze Einführung zum Umstieg von Windows auf Linux gibt es bei Linuxfueralle.de mit den Kapiteln:


3Sat:neues schrieb einst über Linux:

“Die Idee hinter Linux unterscheidet es grundlegend von anderen Betriebssystemen, denn Linux gilt als „frei“ – sein Quellcode ist öffentlich zugänglich und es gibt keine Lizenzgebühren. Der Erfinder Linus Torvalds entwickelte 1992 den Kern des alternativen Betriebssystems und rief die Internet-Gemeinde zur Weiterentwicklung auf – mit Erfolg. Heute gibt es eine Reihe verschiedener Linux-Pakete auf dem Markt, die so genannten Distributionen. Zu den bekanntesten zählen SuSE-Linux, Red Hat- und Ubuntu-Linux.”

Um euch das ein wenig näher zu bringen hier ein Zitat von Mark Shuttleworth dem Gründer von Ubuntu in einem Interview mit Heise von 2006:

“Linux gab mir die Möglichkeit, mit den besten Firmen der Welt zu spielen, ohne Hindernisse zwischen mir und dem Erfolg. Das hat mich zum Milliardär gemacht; dadurch konnte ich in das Weltall fliegen und viele andere wunderbare Dinge tun. Ich möchte etwas zurückgeben – ich möchte dabei helfen, das Spielfeld auch für andere Leute zu ebnen. Und ich glaube, dass im Bereich der Desktop-Betriebssysteme die Messlatte ruhig etwas höher gelegt werden sollte.

Mit der Frage, ob freie und quelloffene Software wirklich von Hobbyisten und Freiwilligen gemacht wird, sprechen Sie einen sehr interessanten Punkt an. Die beste freie Software wird von Leuten in ihrer Freizeit geschrieben, ohne den Druck, der im Geschäftsumfeld herrscht. Sie entwickeln etwas, was sie lieben, hinter dem sie stehen können, zu dem sie eine Beziehung haben. Freizeitentwickler haben die besten Ideen, von ihnen stammen die interessantesten Neuerungen.

Aus der geschäftlichen Perspektive gesehen, ist ein solches Vorgehen jedoch nicht sonderlich produktiv oder effizient. Man neigt dazu, ohne wirklichen Plan eine Menge Ideen auszuprobieren – eine Vielzahl davon funktioniert nicht, zumindest nicht ohne weiteres. Darum hat es auch 30 Jahre gedauert von den ersten Anfängen in der Software-Bewegung bis heute, wo wir fast eine komplette Desktop-Umgebung haben.

Linux-Software wird inzwischen von Zehntausenden festangestellten Profis in vielen Unternehmen entwickelt. Ihre Arbeit ist gut, robust und zuverlässig. Sie verrichten eine Menge Arbeit, die in einem kommerziellen Rahmen gemacht werden muss. Was ich aber spannend finde: Diese Entwickler haben nicht die innovativsten Ideen. Die kommen nach wie vor von Leuten, die nachts vor ihrem Rechner sitzen und denken: “Toll! Das braucht die Welt!”

Weil freie Software oft schon eine hohe Qualität hat, werden viele solcher Ideen als i-Tüpfelchen auf bestehenden Entwicklungen geboren. Nimm zum Beispiel Firefox: Das ist ein sehr guter Browser, vielleicht sogar der beste, den es im Moment gibt. Wenn man eine gute Idee hat, kann man diesen tollen Browser nehmen und ihn relativ leicht noch besser machen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob man als Entwickler in Deutschland, Äthiopien oder China sitzt.

Während also große Unternehmen Riesenmengen an Geld in freie Software pumpen, kommt die wirkliche Innovation nach wie vor von Amateuren, von Leuten, die es aus Liebe tun, die eine Leidenschaft haben.”

All das ist meiner Meinung nach mehr als unterstützenswert und sollte die Zukunft für Software sein (quelloffen für jeden zugänglich und immer am Puls der Zeit) um das potential das wir Menschen haben ein wenig besser auszunutzen.

Meine Suche nach der richtigen Distribution
Diesmal wollte ich auf Nummer sicher gehen und habe mir diverse Distributionen vorher genau angeschaut. Wenn ich etwas zeit habe schreib ich mal was über die verschiedenen Distributionen. Solange kann ich Wikipedia, Wikipedia, Wikipedia, DistroWatch und DistributionChooser empfehlen. ;)
Teils nur von Live-CD, teils auf USB-Stick und teilweise auch komplett installiert. Folgende Distributionen habe ich mir genauer angeschaut:

    openSUSE
    Ubuntu/Kubuntu
    Mandriva
    Linux Mint
    BackTrack
    ((Wikipedia: “BackTrack beinhaltet Softwaretools, die zum Teil Sicherheitsvorkehrungen umgehen und die nach Inkrafttreten des sogenannten Hackerparagrafen (§ 202c StGB) in Deutschland als Computerprogramm zum Ausspähen von Daten aufgefasst werden. Somit kann bereits der Besitz oder Vertrieb strafbar sein, sofern die Absicht zur illegalen Nutzung nach § 202a StGB oder § 202b StGB besteht.” Also habe ich es mir nicht angeschaut ;) ))

Da ich ganz klar Linux-Anfänger bin habe ich bewusst auf die Linux Größen wie Fedora und Debian verzichtet.
Ich bin durch meine frühere Linuxzeit begeisterter KDE-Nutzer gewesen und wollte auch diesmal möglichst bei dieser einstellungsfreudigen Grafikoberfläche bleiben.
Nach langen Hin und Her hatte ich mich im Endeffekt wieder für openSuse 11.1 mit KDE 4.1 entschieden. Aber nach einigen Stunden Tagen habe ich genervt aufgegeben, da mir trotz aller Begeisterung KDE 4.1 noch zu buggy war.
Mal im Ernst wie kann ein Programm das schon das erste Update nach der angeblich stabilen Version 4.0 durchlaufen hat noch so verdammt unbrauchbar sein. :cry:

Mein (trauriger) Zwischenstand
desktop3
desktop2
Wie ihr sehen könnt, konnte ich nicht ganz auf das “Linux-look&feel” ((Mac OS X ist schließlich auch nur ein kommerzialisiertes copycat von Linux [sic!])) verzichten und habe mir mithilfe von XWindowsDock, dass ich bei stadt-bremerhaven.de (übrigens ein sehr netter Blog, danke dafür!) gefunden habe, ein recht ordentlichen Startmenuersatz gebastelt.

Ein Ersatz für Linux ist es natürlich nicht.

Aber zu meinem Distributionsproblem aka Desktopumgebungsproblem kommt noch hinzu, dass ich endlich meine Festplatte komplett verschlüsseln möchte. Dazu will ich Truecrypt nutzen, das es mittlerweile sogar erlaubt die Windows Systempartition “am offenen Herzen” (also während sie läuft) zu verschlüsseln. Leider funktioniert das aber nur wenn dem Windows Boot-Loader kein anderer Boot-Loader vorgeschaltet ist.(Bei mir im Moment der GRUB Boot-Loader von openSUSE)

Zwischenresumé
Ich habe jetzt die Wahl entweder nehme ich die ältere (veraltete?) bei weitem nicht so schöne KDE 3er Version zu meinem openSUSE System oder ich warte noch ab bis die neuste KDE 4er Version rauskommt, aber es gibt wohl nichts schlimmeres als bei Linux auf Updates warten, denn die kommen zwar häufig und schnell, aber es gibt immer noch eine bessere Version auf die man warten könnte.
Eine weitere Möglichkeit wäre ein Umstieg auf GNOME, diese Desktop Umgebung wird ebenfalls bei openSUSE unterstützt und könnte beispielsweise so aussehen:
opensuse11-gnome
((Das Bild ist von Flickr-User XcBiker, thx!))

Tja, wie die Geschichte weitergeht weiß ich natürlich noch nicht, aber ich freue mich über Entscheidungshilfen, Kritik, Schmähungen, Expertenmeinungen und selbst über “Zur-Kenntnis-genommen”-Einträge in den Kommentaren. :pirate:

3Sat:neues über Larry Lessig

Geschrieben von: lars

larry-lessig ((Das Bild ist von Flickr-User Robert Scoble und steht wie immer unter einer CC-Lizenz))
Bei 3Sat:neues kam vor Kurzem ein kleiner Beitrag über Lawrence “Larry” Lessig.
Wikipedia über Larry Lessig:

Lessig gilt als renommierter Verfassungsrechtler und Spezialist für Urheberrecht. Er ist ein entschiedener Kritiker eines restriktiven Copyrights im Bereich immaterieller Güter. Lessig entwickelte das Konzept einer „freien Kultur“, unterstützt Freie Software und die Open-Source-Bewegung. Außerdem gründete er die Creative-Commons-Initiative und ist Mitglied der Electronic Frontier Foundation sowie Autor mehrerer Bücher über die mit Open Content verbundenen gesellschaftlichen Entwicklungen.

Hier Also das Video von 3Sat:
[youtube sI0SCNLEd_A&ap=%2526fmt%3D18 Larry]

Das ganze (sehr lustige) Interview mit Stephen Colbert, das dort ausschnittsweise gezeigt wird gibt es natürlich auch im Netz:
[youtube IxwvIdr21Uw&ap=%2526fmt%3D18 RemixInterview]

Und als Bonus noch die besten Remixe, die ich davon finden konnte:
[youtube CvvhDngERXo&ap=%2526fmt%3D18 EclecticRemix]

[youtube f_w1FR67AXs&ap=%2526fmt%3D18 LudachristRemix]

[via]

[UPDATE:] Bei Nerdcore gibt es das Update zum Remix Interview: Stephen Colbert remixed sich selbst und ruft auf zu mehr.

Gaza/Zensur/UN-Verbrechen/Hessen/Basicthinking/Lobbying

Geschrieben von: lars

Hab im Moment mal wieder wenig Zeit zu bloggen (Klausurphase usw usf), deswegen gibts jetzt einiges in Kurzform:

[UPDATE2]Israel schießt mit Cluster-Phosphorgranaten auf Wohngegenden im Gazastreifen.
Unabhängig davon ob es für Isreal gerechtfertigt ist gegen die Hamas vorzugehen, gegen die Zivilbevölkerung so brutal vorzugehen ist es bestimmt nicht.
Was das anrichtet steht bei Wikipedia:

Neben der Brandwirkung und den schwer heilenden Verletzungen, die ein Hautkontakt schon bei geringen Mengen verursacht, sind weißer Phosphor und seine Dämpfe hochgiftig. Für einen Erwachsenen sind bei direkter Aufnahme schon 50 mg tödlich. Der Tod tritt erst nach 5 bis 10 Tagen ein, die Giftwirkung beruht auf einer Störung der Eiweiß- und Kohlenhydratsynthese. Bei dermaler Aufnahme, d. h. über die Haut, ist die Gefahr geringer.
Eine mit Phosphor in Kontakt gekommene Person wird versuchen, die brennenden Stellen auszuschlagen. Da der Phosphor jedoch mit einer Kautschukgelatine versetzt ist, bleibt die zähflüssige Masse an der bis dahin noch nicht brennenden Hand haften und wird so weiter verteilt. Weißer Phosphor erzeugt in der Regel drittgradige Verbrennungen, zum Teil bis auf den Knochen. Da diese bei einem Angriff meist großflächig sind, sterben Betroffene langsam an ihren Verbrennungen, sofern sie nicht durch Inhalation der giftigen Dämpfe, Verbrennung der Atemwege oder Intoxikation zu Tode gekommen sind.

Lest euch dort auch mal durch warum die Nutzung von Phosphor-Granaten von der UN nicht erlaubt ist.
Bei SpOn gibt es auch ein Bild wie so ein Granateneinschlag aussieht.
(via)
[UPDATE:] bei Tagesschau.de gibt es neue Infos zu dem Thema.
[UPDATE2:] Wiedermal Tagesschau.de … diesmal mit Video und genaueren Infos über die Folgen der Phosphor Granaten, unter dem Titel: “Meine Familie ist buchstäblich geschmolzen”

In Deutschland wird Zensur zur Tagesordnung
Zwar nennen deutsche Medien das geschickterweise nur “sperren” von Internetseiten, aber der Inhalt bleibt der gleiche wie in China oder Nordkorea.
Das ganze wird natürlich als tolle Anti-Kinderpornographie Aktion verkauft. (Als ob die Pädophilen von dieser Sperrung dann geläutert werden). In anderen Ländern wie Finnland hat sich gezeigt, dass auf der Liste der Seiten die gesperrt zensiert werden nur sehr wenige wirkliche Pornografische Seiten befinden, und kaum berichtet jemand darüber steht seine Seite auch auf dem Index. :mrgreen:

Wikileaks veröffentlicht interne Untersuchungen der UN zu eigenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Hunderte Dokumente aus dem Inneren der Vereinten Nationen sind an die Öffentlichkeit gelangt – Berichte über Misswirtschaft, Missbrauch und Missmanagement. Vergewaltiger? Uno-Blauhelme im Kongo.

Es liest sich wie ein Sammelsurium des Schreckens. Hunderte Dokumente aus dem Inneren der Uno legen öffentlich dar, in welchen Fällen die Weltorganisation gegen ihre moralischen Standards, gegen Gesetze, gegen die Menschlichkeit oder schlicht gegen den gesunden Menschenverstand verstossen hat.

Denn seit gestern sind rund sechshundert interne Untersuchungen der Vereinten Nationen im Internet greifbar – offenbar hat sie ein anonymer Whistleblower der Weltöffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Gepostet wurden die Papiere auf Wikileaks, der anonymen Site zur Publikation versiegelter Dokumente. Und geheim sollten diese Berichte wohl auch bleiben: Rund siebzig der jetzt lesbaren Reports wurden von der Uno als «strictly confidential» eingestuft. Vereinzelt hat man sogar die geografischen Beschreibungen, die Namen der Beteiligten und die Bezeichnungen der involvierten UN-Truppen verfremdet – offenbar zur besseren Tarnung. […]

Allerdings sind diese Berichte mit Vorsicht zu genießen:

Allerdings: Die Berichte stammen selber von UN-internen Kontrollbehörden – von Abteilungen also, deren Aufgabe es ist, Missbrauch und Missmanagement zu bekämpfen; und teilweise gelangen die Kontrolleure auch zum Schluss, dass die Vorwürfe gegen ihre Organisationen und Vertreter falsch seien. Eine Stellungnahme der UN zur Massenpublikation auf Wikileaks war bislang nicht erhältlich. In einem Fall allerdings bestätigten UN-Beamte gegenüber der Agentur AP die Echtheit des Dokuments – und zwar bei einem Bericht über 217 Vorwürfe von Vergewaltigung und Kindesmissbrauch im Kongo.

(via)

Hessen/TSG
Ja Hessen hat gewählt und die Spd hat 13 Prozentpunkte verloren, wie erwartet. Koch hat allerdings nicht wirklich hinzugewonnen und seine Sympathie sind so niedrig wie noch nie. FDP und Grüne haben klar hinzugewonnen ((Es ist mir nach wie vor ein Rätsel wieso eine Partei, die vor der Wirtschaftskrise und teilweise noch während ihr so bedingungslos für die unsichtbare Hand des Marktes gestritten hat, nicht für diesen riesen Irrtum abgestraft wird. Die Menschen müssen doch merken, dass die jahrelang das Falsche gepredigt haben. (Siehe auch “Der Markt selber ist Ok” bei Stefan Niggemeier) )), und die Linke ist knapp in den Landtag gekommen. Thorsten Schäfer-Gümbel hat alles gegeben, sich profiliert und wird zum neuem Chef der SPD Hessen werden. Mir ist er ja sympathisch, alleine wegen seines Internetwahlkampfes: mit Videoblog, Twitteraccount und meinVZ-/Facebookaccount.

Bloggerthema Nummer eins war ja in den letzten Wochen der Verkauf von basicthinking bei Ebay.
Basicthinking ist laut deutscheBlogcharts.de der (von anderen Bloggern) meist verlinkte deutsche Blog. Der Blogger hat diesen Blog vor kurzen bei Ebay reingestellt und hat seine Seite für 46.902 Euro verkauft bekommen. Spiegel Online dazu:

Mancher ist deshalb der Meinung, der Käufer werde nun den sogenannten Pagerank nutzen und auf der Seite schlicht Produkte verkaufen oder versuchen, mit Werbung möglichst schnell das investierte Geld wieder hereinzuholen – jeder Klick bringt Geld. Andere hoffen, dass irgendjemand dort im Sinne Basics weiterbloggen wird. Viele Kommentatoren äußerten sich im Verlauf der Auktion skeptisch – “Basic Thinking” ohne Basic sei nicht mehr als eine leere Hülle.

Mich hat es ein wenig gewundert, dass Pagerank und Wortmarke so viel Geld wert sein sollen (die Kommentar E-Mail Adressen wurden gelöscht), jetzt wird im Stil des ehemaligen Autors weitergebloggt. Mal sehen wohin das führt.

25C3 Internet-Lobbying Beitrag ist online
Wen es interessiert der kann ihn sich anschauen:
[vimeo 2785878 25C3InternetCampaigning]

netzpolitik.org hat auch noch ein Interview mit Jeremie Zimmermann von La Quadrature du Net.
((Ich hab vermutlich mal wieder einige Fehler eingebaut, wenn euch welche auffallen schreibt es doch bitte in die Kommentare, danke))

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