what remains is hope


((Das erste Bild ist von Flickr-User San Diego Shooter)) ((Das zweite Bild ist von Flickr-User Lord Jim))

Thats it. Er ist tatsächlich gewählt worden. Barack Obama ist der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. ((Nicht das ich davon ausgehen würde, dass jemand das noch nicht wusste. aber ich kann es ja auch schlecht verschweigen 😉 ))

Wirklich spannend hat er es nicht gemacht, etwa gegen 3:30 Uhr unserer Zeit war klar, dass Obama das Rennen gemacht hat (spätestens als Ohio an Obama ging). Anscheinend hat man sich beim Auszählen etwas mehr Mühe gegeben. ((Man bin ich froh, dass StFeders Zitat unrecht hat))

Nach Acht desaströsen Bush Jahren und der monatelanger Schlammschlacht ums Weiße Haus gleichen die Vereinigten Staaten einem Trümmerfeld. Die „changing nation“ hat Veränderung mehr als nötig:
Die einstige Vorzeigedemokratie ist zu einer moralischen Negativbeispiel verkommen. Heutzutage verbindet man mit dem Namen der USA Guantanamo, Abu Ghraib, die Irakkriegslüge und Verschuldung sowohl der Bürger als auch des Staatenbundes der USA.

Und doch haben die US-Amerikaner es geschafft sich in einer ihrer dunkelsten Stunden wieder optimistisch zu geben. Sie setzen auf den Wandel und damit auf den zentralen Gedanken der Demokratie. Nach dem Motto „wenn die letzte Regierung Mist gebaut hat, wählen wir halt eine neue“.
(In Deutschland würde es statt einer Rekordwahlbeteiligung wohl eher einen negativ Rekord geben und (Alb-)Traumergebnisse für extremistische Parteien)
Es gibt bei dem größeren Teil der US-amerikanischen Bevölkerung im Moment eine Aufbruchsstimmung, eine Hoffnung wie zu Zeiten Kennedys.
[Verschwörungstheorie] Trotz extrem gesteigerter Sicherheitsmaßnahmen des Secret Services wird er es nicht länger als zweieinhalb Jahre überleben. (Ihr glaubt gar nicht wie sehr ich hoffe, dass sich dieser Satz nicht bewahrheitet) [/Verschwörungstheorie]

Das es keine leichte Aufgabe werden würde war klar, aber der Zustand in dem George W. Bush sein Land hinterlassen wird (noch ist er ja Präsident) ist vernichtend.
Barack Obama hat also eine mehr als schwierige Aufgabe vor sich und ich bin mir ziemlich sicher, dass er die extrem hohen Erwartungen, die von allen Seiten an ihn gestellt werden, nicht erfüllen kann. Meine optimistische Prognose ist, dass Obama innenpolitisch (vor allem bei der Sozial-, Gesundheits- und Bildungspolitik) und wirtschaftlich einiges schaffen wird. Was er allerdings mit den beiden laufenden Kriegen und vor dem Iran macht, bleibt abzuwarten und hängt vermutlich (wie so vieles) nicht zu letzt von seinen Beratern und von Joseph Biden ab.

Ich bin gespannt und verweile in Hoffnung auf den Obama den die Europäer in ihm sehen.

[Nachtrag 5.11.2008 10:33Uhr]
Ich habe die Wahlnacht weitestgehend mit dem ZDF und CNN verbracht, da das ZDF das meiner Meinung nach beste geliefert hat was das deutsche Fernsehen zu bieten hatte und es geschafft hat, dass es nicht langweilig wurde (wie zB: bei der ARD). Außerdem war die Forschungsgruppe Wahlen häufig schneller mit den Urteilen (welcher Staat geht an welchen Kandidaten) als CNN, die dann später auf die gleichen Ergebnisse kamen (ich schätze mal die hatten Angst vor einem weiteren Florida-Desaster).
Hübsche Eindrücke vom der Wahlnacht gibt es bei Stefan Niggemeier, das Messias Foto bei Spreeblick und eine sinnvolle Einschätzung bei Netzpolitik.
Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß (wenn auch zu wenig Schlaf) und bin ganz schön froh, dass ich mich mit meinem Ohio-Urteil um 3:30 Uhr nicht verschätzt habe…. sonst wärs peinlich geworden. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt :pirate:
ps: immer noch nicht sicher ist sich CNN bei North Carolina, Indiana und Missouri, aber bei einem Stand der Wahlmänner von 338 zu 163 ist das wohl eher Nebensache.

[Nachtrag 5.11.2008 12:04Uhr]
Damned, ich kann nicht anders ich muss auf das grässliche Video bei Nerdcore verweisen. Laaolalalaobama
Und Robert Basic bringt den besten Satz zur Wahl so long:

[Obama:]
Well, I say to them tonight, there is not a liberal America and a conservative America — there is the United States of America. There is not a Black America and a White America and Latino America and Asian America — there’s the United States of America.

What is about the rest of the world? There is one United States of Earth? Nope, you bet.