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TED.com

Geschrieben von: lars


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TED ist die Abkürzung für Technology Entertainment Design und ist eine mittlerweile jährlich stattfindende Konferenz in Kalifornien, bei der sich über 1000 Fachleute über Neuerungen auf ihrem Fachgebiet unterhalten. Kern dieser Konferenz sind die TED Talks: Vorträge die seit 2 Jahren auf TED.com online gestellt werden und die schon von Bill Clinton und Nobel Preisträgern wie James D. Watson, Murray Gell-Mann, Al Gore und vielen Anderen gehalten wurden. Im Moment sind laut Wikipedia 300 Videos eingestellt.

Das Prinzip ist einfach: Irgendein Fachmensch stellt irgendeine tolle Neuerung so vor, dass es für nicht Fachleute verständlich wird.

[EDIT: 25.11.2008] (Aus Performance-Gründen und Beschwerden von Leuten mit etwas langsameren Internetverbindungen kommt der wirklich gute Beitrag [sic!] ;) erst nach dem Klick)

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  1. Das Bild ist von Flickr-User shannonpatrick17. Danke! []

kommentierte Links (4)

Geschrieben von: lars

Gestern war ja so etwas das sich IT Gipfel nannte. Markus Beckedahl von Netzpolitik.org hat dazu einen sehr schönen Kommentar in der Taz unter dem Titel “Die Angst vor dem User” geschrieben:

Ein Auzug:

[...]Stattdessen rufen die flächendeckende Vorratsdatenspeicherung von Verbindungen, die Pläne für heimliche Onlinedurchsuchungen von Computern und die vielen Datenschutzskandale der letzten Wochen bei den Bürgern Ängste hervor. Wenn sich unbescholtene und unverdächtige Menschen aber aus Angst vor einem “Big Brother”-Staat nicht mehr trauen, das Netz unbesorgt zu nutzen, wie Umfragen nach der Einführung der Vorratsdatenspeicherung gezeigt haben, dann ist das ein Skandal – und schädlich für den IT-Standort Deutschland ohnehin.[...]

Ich kann ihm einfach nur zustimmen was er dort schreibt und auf den folgenden Absatz hinweisen:

[...]Eine Vielzahl an freien Softwareprojekten geht auf die große Entwicklerbasis in Deutschland zurück. Und unzählige Internetnutzer veröffentlichen ihre Blogs, MP3s, Videos und andere kulturelle Erzeugnisse unter Creative-Commons-Lizenzen, die das Weiterverwenden und Remixen erlauben. Doch dieses Engagement wird leider nicht als bürgerschaftliches Engagement anerkannt, geschweige denn gefördert. Der Staat hat die Möglichkeit, den Weg in die digitale Gesellschaft zu weisen. Staatliche Informationsangebote gehören deshalb selbstverständlich mit offenen Lizenzen ausgestattet. Informationsfreiheit muss nicht nur durch Gesetze garantiert, sondern aktiv praktiziert werden, etwa durch die Veröffentlichung von Regierungsdokumenten und -daten im Netz und Partizipationsmöglichkeiten auf allen Ebenen.

Wünschenswert wären auch medienkompetente Politiker, die das Netz in ihr Leben integriert haben. In der Realität kokettieren viele von ihnen leider immer noch damit, dass sie sich Texte aus dem Internet gerne ausdrucken lassen. Die Generation Internet findet so etwas aber nicht lustig – und einen nationalen IT-Gipfel, der sorgsam ausgewählte Arbeitsgruppen hinter geschlossenen Türen tagen lässt, schon gar nicht. Vielmehr braucht es einen nationalen Internet-Gipfel, der mit allen beteiligten Bürgern die Herausforderungen der digitalen Zukunft angeht und fragt, wie diese menschenwürdig und gerecht gestaltet und nachhaltig entwickelt werden kann. Dazu braucht es auch Strukturen und Prozesse, die einer Informationsgesellschaft entsprechen und würdig sind.

Wer den Kommentar genauso wichtig und gut wie ich findet kann sich auch noch die etwas längere Rohfassung direkt auf seinem Blog durchlesen.
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Bei Zeit-Online steht ein sehr guter Beitrag, der behauptet, dass 9/11 in Deutschland langsam verarbeitet sei, mit dem Titel:
Das Ende von 9/11 – Sieben Jahre nach den Anschlägen: Die Zeit der Hysterie ist endlich vorbei

Der Autor schreibt zum scheitern des BKA-Gesetzes:

[...]All das sind mehr als gesetzgeberische Rückschläge, Alltagsquerelen des Parlamentarismus. Es geht, sosehr die CDU auch gegen den Koalitionspartner pesten mag, auch nicht bloß um Steuerungsprobleme innerhalb der SPD. Was sich hier abzeichnet, ist etwas Größeres: Die Bundesrepublik tritt heraus aus dem Schatten von 9/11.[...]

Geht auf das mittlerweile rare Gut der Freiheit ein:

Freiheit braucht Mut, auch in Zeiten des Terrors
Das ist die wichtigste Veränderung, die sich jetzt abzeichnet: der Abschied vom Maximum. Die Rückkehr zur liberalen Normallage.[...]

Und bricht eine Lanze für unser Grundgesetz und urteilt vernichtend über die letzten 7 Jahre Sicherheitspolitik:

[...]Diese erstaunlich mutige Verfassung, das Bonner Grundgesetz, ist bis heute die Leitplanke der deutschen Politik. Sie gibt die Richtung vor, in die sich die Republik bewegen soll. Sie definiert einen weiten Raum des Möglichen – und sie markiert die äußersten Grenzen dessen, was geht. Solch eine Leitplanke kann man zerstören, indem man frontal hindurchrast. Aber ebenso heikel ist es, wenn man einen Wagen auf Dauer haarscharf an der Planke entlangsteuert, Metall auf Metall, quietschend, kreischend, funkensprühend. Das beschädigt das Auto, bringt die Insassen in Gefahr – und ruiniert irgendwann auch die Leitplanke.

Sieben Jahre lang ist die deutsche Rechtspolitik an dieser Leitplanke entlanggeschrammt. Spätestens jetzt, da das BKA-Gesetz und der Bundeswehreinsatz im Innern gescheitert sind, ist es Zeit, auf die mittlere Spur zurückzukehren. Es fährt sich sicherer dort. Sogar in Zeiten des Terrors.

via

Unbedingt lesen und weiterverteilen ;)

(Gute) Musik Vorstellung (6)

Geschrieben von: lars

Diese “Gute Musik Vorstellung” ist gar keine… eigentlich will ich nur auf die genialen Beiträge von Malte Welding bei Spreeblick hinweisen, der die letzten beiden Jahrzehnte des letzten Jahrtausends nach musikalischen Fehltritten durchforstet hat die trotzdem erfolgreich in Deutschland wurden.

Also bitte:
Die erschreckendsten Hits der 80er
und
Die erschreckendsten Hits der 90er

Irgendwie ist es ja bescheuert sich ausgerechnet das Schlechteste der jeweiligen Jahrzehnte noch mal anzutun, aber weil es erstens trotzdem Spaß macht seine eigenen musikalischen Jugendsünden wiederzufinden und zweitens so gut geschriebene teils bitterböse teils einfach lustige Kommentare zu den jeweiligen Liedern geschrieben wurden, möchte ich euch dieses masochistische Erlebnis nicht vorenthalten.
(Ihr merkt, ich neige dazu meine Leser mit unüberschaubaren Satzkonstruktionen und fehlender Interpunktion zu foltern :evil: )

38 Jahre überwacht

Geschrieben von: lars

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Wer glaubt, dass Menschenrechtler nur in Entwicklungsländern und unter totalitären Regimen permanent überwacht werden, den muss ich leider enttäuschen.
Zitat Heise:

Dr. Rolf Gössner ist Rechtsanwalt, Mitherausgeber des mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichneten Grundrechte-Reports, Vizepräsident der Internationalen Liga für Menschenrechte und Jury-Mitglied bei den Big Brother Awards.

Rolf Gössner wird seit 38 Jahren vom Verfassungsschutz überwacht, oder besser “wurde” – denn er hat vor kurzem gegen diese Überwachung geklagt und siehe da:

Kurz vor der ersten mündlichen Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Köln am Donnerstag dieser Woche teilte das Bundesamt für Verfassungsschutz nun überraschend mit, dass die Beobachtung “nach aktuell erfolgter Prüfung” eingestellt worden sei. Laut Gössners Anwalt Udo Kauß konnte das Bundesamt für Verfassungsschutz bisher nicht plausibel darlegen “weshalb die geheimdienstliche Beobachtung [...] über einen Zeitraum von 38 Jahren zum Schutz der Verfassung notwendig gewesen sein soll”. Damit hat Gössner sein erstes Ziel erreicht, will aber weiterhin gerichtlich auf Einblick in die bisher geschwärzten oder geheim gehaltenen Teile seiner Akten drängen.

Zitat Heise: (Hervorhebungen von mir).

Ich meine jetzt mal im Ernst, die überwachen 38 Jahre nur mal so auf Verdacht und wenn der Überwachte das dann bemerkt und dagegen klagt, dann wird “nach aktuell erfolgter Prüfung” die Überwachung eingestellt.
Gössner ist auch noch Rechtsanwalt und stellvertretender Richter am Staatsgerichtshof Bremen, da gibt es doch sowas wie das Berufsrecht (Schweigepflicht) und eine vom Grundgesetz her garantierte Unabhängigkeit.

Absolut unverhältnismäßig was sich der Verfassungsschutz da geleistet hat. Ich will gar nicht wissen wie oft so etwas passiert und niemand davon erfährt. (Deswegen finde ich diese Idee des “Bürgeranwalts” auch so unglaublich gut, der sich für die Rechte von heimlich überwachten Personen einsetzt)

via Gulli und via fefe Danke!

  1. Das Bild ist von Flickr User seven_resist Danke! []

Hack die Politik?

Geschrieben von: lars

Bei Zeit Online schrieb vor ein paar Tagen Kai Biermann über die Verabschiedung des BKA Gesetzes im Bundestag :Sehenden Auges in den Überwachungsstaat.
Ein Auszug:

Wir sind selbst verantwortlich. Wir alle, die es sehenden Auges haben geschehen lassen. Wir alle, die wir politisch interessiert sind, Nachrichten verfolgen, auf allen möglichen Wegen kommunizieren und diese doch nur nutzen, um zu meckern. Statt etwas zu tun. Demokratie ist die Herrschaft aller, daher sind auch alle schuld, wenn etwas schief geht. Ein komplizierter Weg der politischen Teilhabe, der es dem Einzelnen leicht macht, sich wegzuducken. Der aber auch enorme Möglichkeiten der Einflussnahme birgt. Warum sie nicht nutzen? [....]

Politikmüdigkeit? Vielleicht braucht es nur ein paar neue Begriffe für die altmodisch klingende Teilhabe. Hier wäre einer: Letztlich geht es darum, das System zu hacken, auszuprobieren, was mit ihm möglich ist, was es noch alles kann, wie es besser werden könnte. Also: Hack die Politik!

via Netzpolitik

Meiner Meinung nach ist es nicht gerade einfacher geworden in der Politik mitzumischen, denn was helfen einem Online-Netzwerke, Blogs und Online-Petitionen wenn im Endeffekt die Gesetze von Lobbyarbeitern irgendwelcher Wirtschaftsvertreter (die in den Ministerien angestellt sind) geschrieben werden?
Und hat sich nicht vor allem die Presse in den letzten Jahren sich mit ihrer Kritik an der Regierung sehr zurück gehalten? (vermutlich durch extrem hohen Druck in den Redaktionen, der dank sinkender Auflagen und drängenden Investoren entstanden ist.)

Zum Thema der “neuen Demokratie” (wenn ich das mal so vorsichtig formulieren darf) schreibt Christian Heller a.k.a. plomlompom: Politikmüdigkeit?
Wieder ein Auszug:

Die Beschleunigung der technologischen Entwicklung versetzt die Welt in eine Dynamik, die nicht mehr durch kollektive Einigung auf neue Stabilzustände, sondern nur noch durch konstante Innovation und Schaffung neuer Freiheitsräume durchlebt werden kann. Es gibt keine Knappheiten mehr, deren Mangel durch Zwang verwaltet, sondern nur noch Überfüllen, die allein in Freiheit gelenkt werden können, wenn das Getriebe nicht explodieren soll.

Ich kann mehr an der Welt verbessern, wenn ich am richtigen internationalen Open-Source-Projekt mitwerkele, als wenn ich mich in irgendwelchen regionalen innerparteilichen Kabalen aufreiben lasse.

Wir müssen den Begriff Demokratie von dem des Nationalstaats entkoppeln. Die Community Deutschland (oder jedes andere Land) soll eine Demokratie ihrer Mitglieder sein, aber das sollte die Mitglieder nicht davon abhalten, daneben auch in Demokratien ganz anderer Communities aufzugehen und zu leben. Wie wäre es mit einer Weltdemokratie der endlos einander überschneidenden Communities?

Irgendwie gefällt mir der Gedanke, auch wenn er uns meiner Meinung nach nicht aus dem Dilemma rausholt in der “normalen Demokratie” wirklich mitmischen zu können.

Um bei dem Bild des Hackens zu bleiben: Ich glaube die Tools sind noch nicht geschrieben, die Exploits noch nicht gefunden, mit denen man die Politik verändern kann, aber -hell yeah- ich hoffe, dass es bald so weit ist. :pirate:

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